3. Internationales Festival für Kinder- und Jugendchöre

Touch the future

bedeutet für uns, den Kinder- und Jugendchor Juventus Vocalis, nicht nur:  „ berühr die Zukunft“ sondern vor allem auch die Zukunft mitgestalten, sie heute und hier in eine bestimmte Richtung lenken: in Freundschaft und gegenseitigem Verständnis friedlich miteinander zu leben. Wie anders kann man das Kinder und Jugendlichen besser nahe bringen als mit der alles verbindenden Sprache der Musik.

Das 3. Internationale Festival Touch the future vom 10. bis 19. Juli 2009 bot den 6 teilnehmenden Chören aus Kanada, Niederlande, Tschechien und Deutschland den Raum sich kennen zu lernen, miteinander zu singen und zu tanzen. In diesen neun Tagen wuchsen 250 Sängerinnen und Sänger zu einem großen Festivalchor zusammen, der dem Publikum eine grandiose Abschluss-Show in der vollbesetzten Friedrich-Ebert-Halle, Ludwigshafen präsentierte. Zu verdanken war das dem renommierten Choreographen John Jacobson / USA, dem Tanzpädagogen Ralph Frey und der künstlerischen Leiterin und Initiatorin des Festivals Judith Janzen.

Aber bevor es soweit war, hatten alle noch ein großes Probenpensum vor sich. Schon am Ankunftstag war für alle die erste Probe angesagt: „Messa Olevanese“ in doppelchöriger Fassung stand ganz oben an. Diese wurde am Sonntag im Dom zu Speyer während eines Kapitelsamtes zur Erstaufführung gebracht. Sylke Zimpel, eine junge deutsche Komponistin aus Dresden, hatte die Messe eigens für Touch the future komponiert. Im vollbesetzten Dom mit seiner wunderbaren Akustik wurde ein Hörerlebnis der Extraklasse geboten. Manch einem rieselte da ein Schauer den Rücken runter.

Das Eröffnungskonzert am Abend zuvor hatte bei den Auftritten der einzelnen Chöre mit je zwei Beiträgen schon erahnen lassen, welche Klangerlebnisse das Publikum erwarten durfte. In den zwei Freundschaftskonzerten brillierte jeder Chor mit seinem ca. halbstündigem Programm. Voller Spannung und mucksmäuschenstill folgte das zahlreiche Publikum und die zuhörenden Chormitglieder dem Programm des jeweilig konzertierenden Chores. Beeindruckt von den Leistungen erhielten alle – British Columbia Girls Choir (CA), De Kickers (NL), Domino (CZ), Domsingschule zu Speyer (D), United Voices (D) und Juventus Vocalis (D) – tosenden Beifall.

Ab Montag begann mit vollem Elan die choreographische Arbeit mit John Jacobson: Schrittfolgen, rhythmisches Klatschen, Reihen und Kreise, die gegeneinander, ineinander und wieder auseinander liefen, ohne dass das totale Chaos entstand, wurden immer wieder geübt, zerpflückt und neu zusammengefügt. Doch nicht genug damit, der Gesang musste auch noch stimmen. Wer das noch nie gemacht hat, sollte es selbst mal ausprobieren. Dann kann man vielleicht nach voll ziehen, was für eine enorme Leistung diese Kinder und Jugendlichen gebracht haben. Und das Ganze immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht, denn egal wann jemand in die Probenhalle kam, er fand sich immer zwischen 250 singenden, tanzenden und fröhlichen jungen Leuten wieder. Sprachliche Barrieren wurden ebenso mit einem Lächeln und wenn nötig mit Händen und Füßen überbrückt. Die Stimmung der Teilnehmer war geprägt von Miteinander, gegenseitiger Toleranz und Achtung, Freundschaft und Hilfsbereitschaft.

Dienstagabend war Party mit Talentshow angesagt. Bei Akrobatik, Einrad-fahren und Kennen-Lern-Spielen hatten alle viel Spaß. Ein freier Nachmittag für Ausflüge, Aktivitäten mit den Gasteltern oder einfach ausruhen hatte ebenfalls Platz in der vollgepackten Woche.

Ein herausragendes Ereignis war das Sonderkonzert mit dem finnischen  a-cappella Ensemble „Rajaton“. Auch die Festival-Teilnehmer erlebten so einmal ein Konzert aus der Perspektive der Zuschauer und konnten wahrnehmen was Bühnenpräsenz und Darbietung sein kann. Denn ein Chorprogramm umzusetzen, in eine Rolle zu schlüpfen und das Publikum in seinen Bann zu ziehen, war Thema der Workshops, die Ralph Frey mit den einzelnen Chören durchführte. Alles was in dieser Woche geschah, zielte unaufhaltsam auf den Samstag hin.

Am 18.07.09 erlebte die vollgefüllte Ebert-Halle ein grenzenloses Fest der Freude: strahlende und ausdrucksvolle Gesichter, zündende Rhythmen mit der Festivalband Touch Tone Co., mitreißende Tanzformationen. Reine Intonation, klare Einstimmigkeit, nuancierte Klangfarben und mutiges Auf und Ab des Klangvolumens zeichneten alle Ensembles aus. Informativ waren die kurzen Videoeinspielungen über jeden Chor, die auf eine riesige Leinwand projiziert wurden. Moderiert wurde der Abend von verschiedenen Sängerinnen und Sänger, die auch ein Interview mit den Veranstaltern, dem Rhein-Pfalz-Kreis und der VG Dannstadt-Schauernheim bravourös meisterten. Alles passte harmonisch in das Gesamtkonzept: ein Chorprogramm darbieten, das hohen Unterhaltungswert, künstlerisches Niveau und Aussagekraft hat, die bei vielen Liedtexten zum Ausdruck kommt, wie zum Beispiel:
Together we are better – Gemeinsam sind wir besser
You raise me up – du ziehst mich groß = es ist immer jemand da, an den ich mich wenden kann, der mir hilft und mir Selbstvertrauen gibt  
Friends
– Freunde: diese erlebten und gelebten Tage haben uns zu Freunden gemacht.
Mit „Standing Ovations“ wurden die Aktiven an diesem Abend für das dargebotene Feuerwerk der Emotionen belohnt und natürlich mit einer After-Show-Party.

Am Sonntagmorgen mussten wir leider unsere Taschentücher zücken und so manche Träne wurde beim Abschied vergossen.
Diese neun Tage waren für alle, die Chöre, Chorleiter, Betreuer, Helfer, Gasteltern und …. ein unvergessliches Erlebnis.

Dass dieses Festival wahr geworden ist und so harmonisch ablief verdanken wir ganz vielen Menschen hinter den Kulissen, in der Küche, bei der Betreuung und wo sonst noch überall Hilfe notwendig war.
Unseren Sponsoren, ohne deren Engagement das alles nicht möglich gewesen wäre, sagen wir danke.

Auf das nächste „Touch the future“!